Zwei Fliegen

Der nächste Kindergeburtstag steht an, Ellie und ich radeln zu einer weiteren unsäglichen Geschenkekiste im Mukk und bringen Bücher zurück in die Bücherei.

Zehneinhalb

Knapp ein halbes Jahr nach Ellies tatsächlichem Geburtstag feiert sie heute mit ihren neuen Freundinnen aus der Klasse. Da sie kurz nach den Sommerferien noch fast niemanden kannte und daher auch nicht wusste, wen sie einladen wollte, haben wir uns für diese ungewöhnliche Variante entschieden.

Gestern haben wir alle zusammen gebacken und die Küche ein bisschen geschmückt. Ab 13h kamen 7 Mädchen aus der neuen Klasse und eine Kindergartenfreundin, aßen wenig Kuchen, spielten danach eine Stunde lang zusammen, zufrieden, problemlos im Wohnzimmer Mord in der Disko und anderes.

Ellie hatte sich Schwarzlichtminigolf gewünscht und Kinder in der Größenordnung „für zwei Autos“ eingeladen. Die liebe Corinna opferte ihren Samstagnachmittag und übernahm einen Fahrdienst, tausend Dank nochmal!

In den beiden Stunden, in denen alle weg waren, hatte ich Zeit aufzuräumen und das Abendessen vorzubereiten.

Es gab kleine Pizzen und Würstchen im Schlafrock und kurz danach wurden schon alle abgeholt. Ein wunderschöner Tag für das kleine Mädchen!

Kibbeling

Der Mann schickt Neidischmachbilder von seiner Mittagspause auf dem Markt.

Finanzielles

Eröffnung eines jeweilig eigenen Kontos für die Mädchen. Es dauert ewig. Wir unterschreiben 1 Millionen Dinge.

Immerhin verbringen wir so den Montagvormittag miteinander, und auch Hanne musste schon um 9:20 das Haus verlassen. Vorbereitung für den Schulstart morgen.

Zusatzbonus: Wir sind nicht da, wenn die Sternsinger klingeln.

Telgte, Emsauenpark

Gegen Mittag, als wir alle senkrecht sind und uns der Hunger in die Küche treibt, beschließen wir das Lotterleben radikal zu beenden und rauszugehen. Bevor die Sonne gegen halb 5 untergeht, schaffen wir es uns anzuziehen, die 10 Kilometer bis Telgte zu fahren, und eine kleine Runde durch den Emsauenpark zu drehen.

Verlassen im Wald

Samstagnachmittag; wir gehen Frozen II gucken.

Als wir zu Hause sind, muss ich das erste Mal einen „Muttizettel“ ausfüllen: Ein Schriftstück für minderjährige Personen, mit dem ein Erziehungsberechtigter eine andere volljährige Person für die Dauer einer Tanzveranstaltung mit der Aufsicht beauftragt.

Hanne ist mit einer Freundin auf Neles 18. Geburtstag im Viertel eingeladen.

Sie darf bis viertel vor Mitternacht bleiben, dann hole ich die beiden unter-16-jährigen ab: glücklich, mit müden Füßen und viel Hunger.

Unter der Treppe

Sachen, die sperrig sind oder nicht so wenig gebraucht werden, dass sie in den Keller kommen, aber mehr als dass sie im Vorratsraum an der Küche stehen dürfen, wohnen unter der Treppe.

Der Deckendurchbruch, der die Treppe erst möglich machte und das Erdgeschoss mit dem ersten Stock verband, war 2014 Meilenstein für uns. Hier sieht man nochmal die Anfänge des kleinen Raums unter der Treppe, als die zusätzliche Wand gezogen wurde.

Heute ist der Liebste leider wieder bei der Arbeit, Ellie verabredet und mit einer Freundin in der Stadt, und Hanne und ich räumen unter der Treppe auf.

Fast leer, kurz danach wieder deutlich voller, und das war’s mit Aktivität für heute.

Silvester

Seit Jahren schon haben wir beim letzten Abend des Jahres eine eingespielte Abfolge. Die liebsten Fastnachbarn kommen rüber, die Feuerschale brennt, das Bier ist kalt, das Essen ein Potluck, wir spielen Spiele und quatschen, sitzen in Küche und Wohnzimmer, die Kinder wuseln herum. Wer kommt, der kommt, alle sind sehr herzlich willkommen.

Um Mitternacht gehen wir auf die Straße, haben Wunderkerzen, eine Flasche Sekt und für die Kinder Knallerbsen dabei. In diesem Jahr sieht man nicht mal die Ampel an der Ecke oder das Taxi auf der anderen Straßenseite. Die Sichtweite sinkt auf 20 Meter – wenn überhaupt. Das Feuerwerk vom Domplatz hören wir nur, überhaupt sehen wir heute keine einzige Rakete explodieren. Macht nichts, in unserer Blase sind wir ganz zufrieden.

Allen ein gesundes, zufriedenes, glorreiches 2020!