Morgenroutine

Obwohl der Unterricht der Mädchen zur selben Zeit anfängt, fährt Ellie los, bevor Hanne überhaupt nach unten kommt.

Ellie ist gerne länger wach und krost rum, bevor sie das Haus verlässt. Sie checkt ihre Nachrichten, guckt nochmal nach, ob sie wirklich alles hat, frühstückt an manchen Tagen, an den meisten nicht.

Hanne poltert 7 Minuten, bevor sie auf der Leeze sitzt, die Treppe runter, checkt auf der Terrasse, ob sie eine Jacke braucht (nein), geht davon aus, dass sie alles dabei hat, was sie braucht, frühstückt nie.

Aber beide radeln aus der Ausfahrt, biegen rechts ab, drehen sich um und winken kurz.

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Und ich mache heute endlich wieder einen Mittagspausenspaziergang mit der weltbesten Fastnachbarin.

Radieschen

Exakt ein einziges sieht aus, wie man sich ein Radieschen vorstellt. Hanne erntet es, wäscht es, schneidet es in 4 Teile. Christoph schmeißt sich seins in den Mund – spuckt es wieder aus und schmeißt es weg. Fazit: Holzig und ekelig. Gut, dass es nur eins war.

Die für den Weltbesten besorgten Bio-Erbsen, deren Sorte ich eventuell wegen des inspirierenden Namens „Wunder von Kelvedon“ ausgesucht habe, zeigen sich. Wer so heißt, weckt große Erwartungen!

Eis, Wasser, Rhododendron

Nach dem gestrigen gemütlichen Feiertag haben die Mädchen heute einen Brückentag. Christoph fährt Ellie am Nachmittag zu ihrer Freundin M., sie wird das erste Mal da übernachten und ist sehr vorfreudig. Die beiden schnösen durch’s Dorf.

Christophs Vater beendet die Wasserbaustelle. Jetzt haben wir Anschlüsse für Regenwasser und Frischwasser im Garten.

Der Rhododendron blüht, erstaunlich. Hier seine früheren Erwähnungen: 2014, April 2016, Mai 2016, Mai 2016. Der trockene, heiße Sommer 2018 hat ihm einen ziemlichen Schlag versetzt, von dem er sich augenscheinlich doch langsam zu erholen scheint.

Spieleabend.

Live-Besuch mit Drücken

Die ersten 3 Tage Schule haben die Mädchen hinter sich, morgen ist Feiertag und der Freitag danach Brückentag. Sagen wir mal so: beide müssen sich erst wieder daran gewöhnen, ohne Homeschooling jeden Tag früh aufzustehen und zwischen halb und viertel vor 8 das Haus zu verlassen.

Es ist warm und sonnig. Wir ziehen auf die Terrasse um.

Hanne läutet am Nachmittag den Sommer ein und ist zum Kanalschwimmen verabredet. Das Wasser war noch sehr (sehr, sehr) frisch.

Am späten Nachmittag bekommen wir Besuch, P+C erscheinen live und in Farbe zum Grillen. Alle sind frisch getestet und wir können einander endlich mal wieder umarmen!

Wir grillen auf dem Dreibein über der Feuerschale, schlemmen und quatschen, sehen zu wie es langsam dunkel wird und spielen den Kartographen.

Essen To Go

In der Pandemie, die ja nun nicht vorbei ist, aber man darf ja doch mehr als früher… vor allem in Münster, jedenfalls: in der Pandemie also, als nichts offen war und sie kaum etwas durfte, hat sich das große Kind oft mit ihrer Freundin in der Stadt verabredet.

Dann haben sie sich Essen To Go besorgt und sich auf eine Bank oder eine Wiese gesetzt, davon gibt’s in Münster ja viele, und darüber sinniert, dass es doch einige Läden gibt, die sie ausprobieren wollen. Man kann ja auch nicht immer zum Frittenwerk, höchstens 2x/Woche.

Heute: die amerikanische Kette Five Guys, die den Mädchen enttäuschende Sandwiches kredenzten, aber bombastische Milkshakes.

Erstgeimpft

„Hallo, Frau M. Können Sie heute um 15h50?“

„Klar! Klarklarklarklarklar!“

Schön, und irgendwie erleichternd, und ich freu mich total! Jetzt warten wir weiter geduldig auf die anderen 3/4 dieser Familie.

Das Nasse Dreieck

Roter Sonnenschirm am Morgen. Fein.

Wir lesen Zeitung, trinken Kaffee und Christoph beschließt, dass heute was gehen muss, und zwar was mit der Teutoschleife (wie ich beim Canyon-Ausflug – schon wieder ein Jahr her. Un-fass-bar.)

Um 13h wollen wir losfahren. Beweisfoto, fast geschafft.

Christoph fährt, ich navigiere, die Mädchen hören Musik über Kopfhörer, die Sonne scheint. Ich hab jüngst nach irgendeinem Markt- oder WDR5- oder Stiftung Warentest-Bericht alle alte Sonnencreme weggeschmissen (krebserregend! schützt nicht mehr! Besser entsorgen!) und sie als Posten auf Bring! gesetzt.

Christoph hat dann beim nächsten Mal einkaufen 2 neue Tuben mitgebracht. Ohne Bring! läuft in diesem Haushalt wenig. Wir können alle 4 auf die geteilte Zuhause-Liste zugreifen, Sachen hinzufügen oder löschen. Entsprechend eingecremt machen wir uns auf den Weg in den Wald.

Zur Hexenhöhle ist es ja schonmal nicht so weit, jedenfalls, wenn man den ersten Berg nach dem Parkplatz quer hochgekraxelt ist.

Man kann hindurchgehen, muss aber den Kopf einziehen.

Danach wandern wir durch den Wald in Richtung Kanal. Bis auf einige Mountainbiker und wenige andere Spaziergänger begegnen wir niemandem.

Im Wald ist kaum jemand, weil die meisten offenbar unten am Wasser entlangspazieren. Verwunderlich ist, dass bei diesen Temperaturen niemand schwimmt?

Christoph hat sich einen schönen Rundweg zurechtgelegt, der am Nassen Dreieck vorbeiführt. Hier zweigt der Mittellandkanal vom Dortmund-Ems-Kanal ab.

Wir laufen am Kanal lang, zu viert, in alternierenden Zweiergrüppchen. Hanne erzählt von ihrem Nachhilfeschüler, dem sie seit einigen Wochen in Mathe hilft. Es ist ein Kampf, aber einer, dem sie sich motiviert entgegenwirft. Ellie freut sich nicht auf die Schule, aber auf’s kommende Wochenende, da übernachtet sie frisch getestet bei ihrer Freundin. Das erste Mal, Corona geschuldet. Christoph hat neue Projekte in den Startlöchern, einige Weiterentwicklungsideen und viele, viele, viele Telkos. Für’s Erste wird er wohl nicht zurück ins Büro gehen, da hat es niemand eilig.

Schließlich landen wir in Bevergern und holen ein Eis. Mit gefühlt 50 anderen Menschen warten wir fast eine halbe Stunde in der Schlange, bis wir dran sind.

Mit dem Eis schlenderten wir zurück zur Schleuse und dann zum Auto.

Den Samstag genießen

Ist das warm! Am Vormittag passiert irgendwie nichts, alle pröddeln und tun ihr eigenes Ding. Das ist schön, das läuft gut so.

Hanne ist mit Freundinnen auf der Promenade und schickt Baumbilder. Sie hat den Sommer so herbeigesehnt, weil dann das Freundetreffen im Park viel entspannter klappt. Ich gönn es ihr von Herzen.

Am Nachmittag bricht zu Hause plötzlich Aktionismus aus:

Christoph schmirgelt den Terrassentisch ab und lasiert.

Dann hat er noch einen halben Topf Lasur übrig und verwendet den auf die beiden neuen Palletten. Die alten gehen langsam aus dem Leim und sollten ausgetauscht werden.

Ellie und ich radeln in die Stadt. Seitdem mein Haustürschlüssel im Schloss abbrach, leihe ich mir immer einen von den anderen aus. Das ging problemlos, wir sind ja eh fast immer da, oder wenigstens eine:r von uns. Aber einen eigenen zu haben ist auch nicht schlecht, und auf meiner „Machen!“-Liste klebt das Schlüssel-Post-It schon sehr lange, und die Sonne scheint, und Ellie will ein Eis, und außerdem darf man jetzt wieder in die Stadtbücherei und vielleicht ein gutes neues Spiel für den Abend ausleihen ….. wir schwingen uns auf’s Rad, parken an der Bücherei und schlagen uns erstmal zum Schlüsselmann durch. Wegen all der Menschen gibt’s nur Bilder von schmalen Himmelsstreifen zwischen alten Häusern:

Am Ende hab ich meinen nachgemachten Schlüssel, aber kein Eis für Ellie (die Schlangen waren uns deutlich zu lang), dafür haben wir eine neue Hose und einen Pulli für sie gefunden (aber nur, weil sie sich nicht an der Umkleide hat anstellen müssen). Die Stadtbücherei hatte schon zu, als wir wieder zurück zu den Leeezen gingen: Anfängerfehler, samstags ja nur bis 16 Uhr. Dann gibt’s kein Spiel, aber dafür einen gemütlichen gemeinsam Abend. Auch gut.